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Mambo.Kings
Mambo.Kings (Rang: Albert Einstein^4)

Warum gilt Lesen heutzutage allgemein als "gut" und anderer Medienkonsum als "schlecht"?

Lesen gilt bei uns grundsätzlich als kulturell wertvolle Beschäftigung. Dabei wird aber überhaupt nicht mehr nach der Art oder dem Umfang der Lektüre unterschieden. Das war nicht immer so: Im 18. Jahrhundert galt die "Lesesucht" als gefährliches Laster. Insbesondere dem Lesen von Romanen wurde ein schädlicher Einfluß auf junge Frauenzimmer zugeschrieben.

Zitat: „Lesesucht - die Sucht, d.h. die unmäßige, ungeregelte auf Kosten anderer nötiger Beschäftigungen befriedigte Begierde zu lesen, sich durch Bücherlesen zu vergnügen.“
„Die Lesesucht unserer Weiber.“
Joachim Heinrich Campe: Wörterbuch der deutschen Sprache. Bd. 3. Braunschweig, 1809

siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Lesesucht kopieren
Ergänzung vom 18.10.2007 16:15:
Dieser Autor von 1718 warnt besonders beredt vor den Gefahren der Lesesucht:
http://www.pierre-marteau.com/editions/1718-liebes-romane.html kopieren

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Gute Frage!

Bonuspunkte: 30
Gestellt in Lesen, Lesesucht 18.10.2007 16:01
geschlossen am: 25.10.2007 16:01

9 Antworten

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Prinzessin847

Prinzessin847

Rang: Einsteigerin (8)

4 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (18.10.2007 16:05)

1

Medienkonsum ist meist passiv, Lesen hingegen aktiv, erweitert den Wortschatz, die Konzentration und ist oft einprägsamer.

Grundsätzlich kann man allerdings nicht sagen dass Lesen bildender ist als andere Informationsträger.

Das Lesen galt evtl. als Laster da es nicht erwünscht war daß Frauen sich bilden oder ihren Horizont erweitern, da man fürchtete sie nicht mehr kontrollieren zu können.

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TochterMannheims794

TochterMannheims794

Rang: Einsteigerin (146)

5 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (18.10.2007 16:05)

2

Im 18. Jhd. hatte so ziemlich alles einen schlechten Einfluß auf Frauenzimmer - welchen Alters auch immer. Und das Zitat lese ich als pure Ironie :) Ich liebe lesen - das praktiziere ich jeden Morgen 1/2 Stunde beim Kaffee trinken. Aber ich würde auch nicht anfangen Entzugserscheinungen zu zeigen, wenn ich keine Zeit dazu hätte. Für mich ist das Erholung und nach Erholung wird man ja auch nicht wirklich süchtig!! Naja... ein bißchen vielleicht :)

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Ziegenpeter684

Ziegenpeter684

Rang: Professor (4.343)

5 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (18.10.2007 16:05)

3

stecken bestimmt lobbyisten dahinter!!

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188252
iso_labella

iso_labella

Rang: Professorin (4.543) | lesen (6)

9 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (18.10.2007 16:09)

4

Lesen von guter Lektüre beflügelt erstens unsere Fantasie und anderseits werden wir wortgewandter im Gespräch; abgesehen von lehrreichen Büchern und Sachbüchern, die unseren Horizont erweitern :-)

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richardtiffanygere

richardtiffanygere

Rang: Melitta Benz (9.850) | lesen (5)

14 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (18.10.2007 16:14)

5

Beim Lesen kannst du Deine Fantasie ausleben lassen.


Ergänzung vom 18.10.2007 16:57:

ein schöne Gedicht.

Bei uns würde das Lesen ermutigt. Aber mehr als 3 Bücher durfen wir auch nicht mitnehmen.
Mit der Begründung man könne ja wieder kommen wenn man sie gelesen hat.

Man hat allerdings auch gesagt zuviel Lesen schadet den Augen.
Was allerdings auch von Fernsehen sagt.

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atman

atman

Rang: Mileva Einstein (12.800) | lesen (12)

26 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (18.10.2007 16:26)

6

In meiner Schulzeit wurde noch gegen übermäßiges Lesen polemisiert, es galt als ungesund. In der Kinderbibliothek wurde die Menge der Bücher und die Ausleihhäufigkeit limitiert, damit man nicht zu viel las (deshalb musste ich 3 Ausweise haben, Tipp der lesewütigen Bibliothekarin).

Erst seit mieser Pisa-Ergebnisse und dem Vormarsch anderer Medien nicht nur in den Kinderzimmern hat Lesen plötzlich an Bedeutung gewonnen und für alle Altersstufen ein positives Image bekommen.

Es würden viele Gruppen davon profitieren, wenn zu wenig Lesen die Ursache für schlechte Pisa-Ergebnisse und mangelnde Rechtschreibkenntnisse wäre. Der Schwarze Peter wäre dann in anderen Händen.

P.S.
Es gibt ein wunderschönes Zitat aus einem der alten Miss-Marple Filme, wo eine Verdächtigte behauptet, sie habe auf ihrem Zimmer gelesen. Was natürlich angezweifelt wird. Zu ihrer Verteidigung kommt folgender Satz zum Einsatz:
"Es ist natürlich sehr unwahrscheinlich, dass eine gesunde englische Frau, die die Möglichkeit zu einem Ausritt hat, es vorzieht ein Buch zu lesen, aber es ist doch nicht völlig unmöglich, dass sie es getan hat, oder?"

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mika333

mika333

Rang: Doktor (2.886) | lesen (6)

7 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (18.10.2007 22:26)

7

Also ich finde jegliche Art von Medienkonsum gut, sofern man sich nur richtig damit auseinandersetzt. Man kann zum Beispiel einen Comicfilm gucken und darüber nach denken, welche Lebenserfahrungen des Autors wohl dahinter stecken und was er einem sagen will, man kann andererseits auch Propaganda Texte von verbotenen Organisationen lesen diese für wahr halten und Verbrecher werden...
Also ich finde es kommt nicht auf das Medium an sondern auf den Inhalt und was man draus macht...

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angel1610

angel1610

Rang: Einsteigerin (17) | lesen (8)

19 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (19.10.2007 11:01)

8

Lesen bildet ungemein weiter. Der Wortschatz wird beim lesen größer.
Es kommt immer darauf an, für was man sich interessiert. Und so kann jeder seine eigene Meinung bilden. Der eine liest lieber Bücher der andere lieber Zeitungen. Aber im Allgemeinen ist es nie verkehrt zu lesen. Biographien sind auch interessant. Und über politik zu lesen ist auch immer so eine Sache...

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demnos

demnos

Rang: Albert Einstein3 (44.972) | lesen (11)

41 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (20.10.2007 08:57)

9

Vieles ist schon gesagt worden, hier noch ein Aspekt: Sicherlich ist es schade, dass nicht nach Art der Lektüre unterschieden wird, und das Lesen von irgendwelchen "Lore-Romanen" bildet sicherlich nicht gross weiter. Aber ich denke, wer wirklich viel liest und Phantasie und Verstand damit trainiert, wird irgendwann ganz von selber immer anspruchsvollere Lektüre suchen, weil ihm die andere Literatur nichts mehr bietetn kann. Dass Lesen besser als andere Medien ist liegt einfach daran, dass man selber immer wieder innehalten kann und muss, um über das Gelesene zu reflektieren und sich eigene Gedanken zu mache. Bei TV/Radio ist das praktisch nicht möglich. Ein grauer Bereich wären die neuen Medien (Interaktives etc.).

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