In meiner Schulzeit wurde noch gegen übermäßiges Lesen polemisiert, es galt als ungesund. In der Kinderbibliothek wurde die Menge der Bücher und die Ausleihhäufigkeit limitiert, damit man nicht zu viel las (deshalb musste ich 3 Ausweise haben, Tipp der lesewütigen Bibliothekarin).
Erst seit mieser Pisa-Ergebnisse und dem Vormarsch anderer Medien nicht nur in den Kinderzimmern hat Lesen plötzlich an Bedeutung gewonnen und für alle Altersstufen ein positives Image bekommen.
Es würden viele Gruppen davon profitieren, wenn zu wenig Lesen die Ursache für schlechte Pisa-Ergebnisse und mangelnde Rechtschreibkenntnisse wäre. Der Schwarze Peter wäre dann in anderen Händen.
P.S.
Es gibt ein wunderschönes Zitat aus einem der alten Miss-Marple Filme, wo eine Verdächtigte behauptet, sie habe auf ihrem Zimmer gelesen. Was natürlich angezweifelt wird. Zu ihrer Verteidigung kommt folgender Satz zum Einsatz:
"Es ist natürlich sehr unwahrscheinlich, dass eine gesunde englische Frau, die die Möglichkeit zu einem Ausritt hat, es vorzieht ein Buch zu lesen, aber es ist doch nicht völlig unmöglich, dass sie es getan hat, oder?"