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ruthsusanne
ruthsusanne (Rang: Mileva Einstein^2)

warum Konjunktiv...

...in Äußerungen wie "ich würde sagen..."?
warum nicht einfach "ich sage..."?

Macht ihr das auch so?
Bewußt? Warum?
Oder unbewußt, weil sich das so eingebürgert hat?
Ergänzung vom 07.10.2008 01:34:
ich habe mich vorhin bei dieser Formulierung erwischt und habe gedacht "was soll das eigentlich, ich sage es doch gerade?!"

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Gute Frage!

Bonuspunkte: 250
Gestellt in deutsche Sprache, Psychologie, Menschen 07.10.2008 01:23
geschlossen am: 14.10.2008 01:23

15 Antworten

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lulu_mimi

lulu_mimi

Rang: Doktorin (2.501) | Psychologie (119), Menschen (51)

6 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (07.10.2008 01:28)

1

ich kann dir sagen nur wie es bei mir ist. wenn ich was 100% weiss,will...dann sage ich " ich sage " . wenn ich noch zweifel habe,dann sage ich " ich würde sagen "

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CSkater

CSkater

Rang: Einsteiger (110) | Menschen (64), Psychologie (33)

7 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (07.10.2008 01:30)

2

"würde sagen" hat den vorteil, dassdes, was man sacht keinen wahrheitsanspruch hat, während die formulierung "ich sage" eine gewisse überzeugung enthält. der konjunktiv enthält nur die möglichkeit,m dass des geasgte richtich ist.

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gusch

gusch

Rang: Mileva Einstein (23.364) | Menschen (113), Psychologie (61), Deutsche Sprache (21)

8 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (07.10.2008 01:30)

3

Hallo Ruthsusanne
ich mache es absichtlich, um einer Äußerung die Absolutheit und Schärfe zu nehmen, es mehr wie eine Diskussionsgrundlage klingen zu lassen.

Ansonsten sage ich einfach, was ich sagen möchte.

Liebe Grüße Gudrun


Ergänzung vom 07.10.2008 01:36:

manchmal nimmt man es als Füllwort, bis man den eigentlichen Satz fertig formuliert hat, wenn man noch nicht 100% fertig ist.

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darmagi

darmagi

Rang: Doktorandin (1.797) | Psychologie (85), Menschen (72)

12 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (07.10.2008 01:35)

4

na dann würde ich mal sagen.... (Ich sags aber nicht ich würde ja nur wenn......) prima sich so aus der Verantwortung zu ziehn. Macht echt Mut mit solchen Menschen zu arbeiten da biste immer der Depp

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bin_im_urlaub

bin_im_urlaub

Rang: Einsteigerin (141) | Menschen (94), Psychologie (43), Deutsche Sprache (23)

19 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (07.10.2008 01:41)

5

Es soll höflich klingen, klingt aber eigentlich eher unsicher - wie meine Vorantworter schon geschrieben haben.

In Geschäftsbriefen schrieb man bis vor einigen Jahren permanent "Ich/Wir würde/n mich/uns freuen, wenn..." - oder "Wir würden Ihnen gerne anbieten..."
Das darf man heute getrost selbstbewußter formulieren, ebenso in Bewerbungen. Denn hier klingt das "würde" schon unterwürfig und das brauchen wir ja nicht zu sein.

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Hippolyta

Hippolyta

Rang: Doktorin (2.888) | Menschen (92), Psychologie (65), Deutsche Sprache (7)

92 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (07.10.2008 02:55)

6

Ich würde sagen ähnelt meiner Meinung mehr einer indirekten Rede. Nach dem Motto, wenn ich etwas dazu zu sagen hätte, würde ich sagen.
Es nimmt die Verantwortung, die direkte Gegenüberstellung.
Stell Dir folgende Situation vor. Einige Menschem diskutieren heiß über ein Thema. Du sagst: und ich würde sagen, daß.......
Wie anders würde es unter denselben Umständen klingen wenn du sagtest: und ich sage..... Das ist mehr Befehlston.
Das andere klingt freundlicher.

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polarfuchs

polarfuchs

Rang: Doktor (3.157) | Menschen (121), Psychologie (62)

119 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (07.10.2008 03:21)

7

Beide Forumulierungen sind Floskeln. Denn weshalb sollte man sagen "Ich sage...", wenn man es im gleichen Satz sagt. Es klingt selbstbewusster und überzeugender, wenn direkt in die Argumentation eingestiegen wird. Wenn schon eine Einleitung benötigt wird, dann klingt es passender zu sagen "Ich denke, dass....", "Ich bin der Überzeugung dass...".
Ähnlich verhält es sich mit der viel benutzten Vokabel "eigentlich". Sie beinhaltet eine Einschränkung, die vielfach aber nicht so gemeint ist.

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Schwarze_Wolke

Schwarze_Wolke

Rang: Nobelpreisträgerin (7.591) | Menschen (87), Psychologie (42), Deutsche Sprache (5)

6 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (07.10.2008 06:58)

8

Ich verwende auch relativ oft diesen Konjunktiv, wenn ich aufgeregt oder nervös bin. Es ist schwierig, in einem Vortrag Fakten als solche zu präsentieren.
Ich denke, der Konjunktiv ist ein Zeichen von Unsicherheit.

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columna

columna

Rang: Chieng Shiung Wu (8.455) | Menschen (137), Psychologie (88)

8 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (07.10.2008 08:37)

9

Noch schlimmer finde ich die Formulierung "Wir würden uns freuen" Ja Himmel, entweder wir freuen uns, wenn etwas so kommt, wie wir es erwarten, oder wir freuen uns nicht;-)
Meiner Erfahrung nach ist es wohl so, dass sich diese "untertänigen Floskeln" aus vergangenen Zeiten herüber gerettet haben und heute schlichtweg gedankenlos weiter verwendet werden. Dabei kann es durchaus so sein, wie von einigen bereits geschrieben, dass entweder ausgedrückt wird, dass man sich seiner Sache nicht so ganz sicher ist, oder dass man nicht eine allzu scharfe Reaktion provozieren möchte oder auch, dass man der eigenen Aussage die Schärfe nehmen möchte. Bei letzterem wird der Konjunktiv allerdings ganz bewusst eingesetzt.

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Taschennagel

Taschennagel

Rang: Doktor (2.664) | Psychologie (311), Menschen (94)

10 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (07.10.2008 11:15)

10

"Unbewusste Unsicherheit".
Durch das Wort "würde" hält man sich unbewusst ein
Hintertürchen auf.

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frigorifica

frigorifica

Rang: Mileva Einstein (12.822) | Menschen (182), Psychologie (50)

11 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (07.10.2008 11:24)

11

Das "Ich würde sagen", heisst für mich, dass etwas unter bestimmten Umständen von mir genauso gesagt würde. Die Umstände lässt man aber meist offen, so dass man seine Aussage eventuell wieder revidieren kann. Wenn man sich absolut sicher ist, dann sagt man das, was man gerade sagen will, ohne so einen Vor-Satz zu gebrauchen.

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udohardyschmidt

udohardyschmidt

Rang: Max Planck (9.911) | Menschen (307), Psychologie (281), Deutsche Sprache (28)

12 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (07.10.2008 12:58)

12

Weder "Ich würde sagen" noch "Ich sage" sind korrekt bzw. notwendig.

Eine Rede zu beginnen mit "Ich w ü r d e sagen, dürfte niemanden der momentan Anwesenden interessieren, denn ich sage es ja nicht.
Dieser Konjunktiv ist lediglich dann sinnvoll, wenn ich eine Meinung äußere, die unter bestimmten Bedingungen anders ausfallen würde.

Der Beginn "Ich sage" erübrigt sich - schließlich hören das die Anwesenden ohnedies.

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Pitt-Rabe-Petra

Pitt-Rabe-Petra

Rang: Doktorandin (2.031) | Psychologie (558), Menschen (468)

14 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (07.10.2008 14:24)

13

Bewusst!Wenn ich die Redewendung:Ich würde sagen...nehme,dann bin ich mir nicht sicher.
Wenn ich sage...,nehme,gehe ich davon aus,etwas zu wissen.

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hartmut006

hartmut006

Rang: Albert Einstein2 (28.028) | Menschen (157), Psychologie (96), Deutsche Sprache (24)

23 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (08.10.2008 00:12)

14

Mit Menschen die so formulieren zanke ich mich regelmässig durch meine Nachfrage: sagst Du das jetzt oder nicht. Eine Formulierung die mich zur Weißglut treiben kann, was habe ich mit solchen Menschen zu bereden? Menschen ohne feste Meinung? nichts. Gruß

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Labradorine

Labradorine

Rang: Mileva Einstein2 (34.136) | Menschen (248), Deutsche Sprache (167), Psychologie (71)

4 Tage nachdem die Frage gestellt worden ist (11.10.2008 00:30)

15

Hallo ruthsusanne!

Ich denke, man äußert dies in der Regel unbewusst - genauso macht man es auch mit anderen Floskeln wie z. B. das gerade von mir benutzte "Ich denke,...".

Man schränkt dadurch seine eigene Aussage ein. Dies kann man zwar als Unsicherheit auslegen, wenn z. B. jemand andauernd den Konjunktiv benutzt. Doch die Frage ist, ob die Verwendung des "Ich würde sagen,..." nicht noch eine andere Funktion hat.

Ein "Ich würde sagen,..." ist auch ein Signal des Sprechers an sein Gegenüber, dass er nach seiner Ansicht das oder das vorschlagen würde (Konjunktiv), seinem Gegenüber aber durchaus die eigene Meinung lassen will. Das Gespräch verläuft auf diese Weise harmonischer, denn beide Gesprächspartner lassen dem anderen immer noch die Möglichkeit, anders zu entscheiden.

In der Regel wird man ja auch nicht zwischen "Ich würde sagen,..." und "Ich sage,..." unterscheiden, sondern es würde doch eher so ablaufen, wenn beispielsweise Freundin Annette Freundin Barbara um Rat in einer Beziehungssache fragt:

Annette: "Was soll ich denn jetzt wegen Klaus machen?"

Barbara: "Ich würde sagen, dass du ihn heute lieber nicht mehr anrufen solltest."

Barbara gibt Annette also "durch die Blume" die Möglichkeit, sich trotzdem noch gegen ihren Tipp zu entscheiden. Auf diese Weise verläuft das Gespräch für beide zufriedenstellend. Keine der beiden braucht ihr Gesicht zu verlieren.

Hartmut schreibt allerdings oben, dass er Leute mit fester Meinung vorzieht.

Also geselle ich in meinem Beispiel mal einen männlichen Ratgeber hinzu, gleiche Situation:

Annette: "Was soll ich denn jetzt wegen Klaus machen?"

Carl: "Ruf ihn heute nicht mehr an!"

Carl sagt klar, was seine Meinung ist. Die Gefahr, dass er Annette damit vor den Kopf stößt, ist viel größer als in dem Beispiel mit Barbara. Denn es ist zu erwarten, dass Annette Klaus wohl doch ganz gerne anrufen würde. Entscheidet sich Annette entgegen Carls Meinung dafür, handelt sie unmissverständlich gegen seinen Rat, während in dem Beispiel oben noch etwas mehr Spielraum war. Und Carl wird am nächsten Tag sagen: "Siehst du, hab ich dir nicht gesagt, dass du das lassen sollst?" Dann geht Annette lieber zu Barbara. ;-)

Oder mal ein anderes Beispiel:
Angenommen, ein guter Bekannter von dir hätte ein absolut unmögliches Hemd an - dann klingt "Ich würde sagen, dass du schon mal besser ausgesehen hast." anders als ein "Du hast schon mal besser ausgesehen!"

Der Ton macht die Musik und nach meiner Ansicht trägt das mehr oder weniger bewusst dahingesagte "Ich würde sagen,...." viel zu einer gelingenden Kommunikation bei. Wer ständig mit dem verbalen "Dampfhammer" kommt, darf sich nicht wundern, wenn die Kommunikationsversuche scheitern und die Gesprächspartner beleidigt von dannen ziehen. ;-)

Ein "Ich würde sagen,..." tut keinem weh und zumindest in freundschaftlichen Beziehungen ist das der bessere Weg. Im Geschäftsleben wird es wohl eher hinderlich sein, da man hier in der Regel bestimmte Positionen durchsetzen will und muss.

Viele Grüße
Labradorine

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