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unbemalt
unbemalt (Rang: Juniorprofessor)

Wie passt der Fachkräftemangel in Deutschland mit der hohen Arbeitslosigkeit zusammen?

Wie kann die Arbeitslosenquote bei über 7,5 Prozent liegen und gleichzeitig ein Fachkräftemangel herrschen und zahlreiche Pläne für die Einbürgerung von qualifizierten Kräften aus dem Ausland in Arbeit sein? Unter den Arbeitslosen sind doch nicht nur faule Menschen, die weder eine Ausbildung gemacht geschweige denn studiert haben?
Ergänzung vom 17.07.2008 22:46:
Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, schaffen mehr als 70 Prozent der Schulabgänger das Abitur oder einen gleichwertigen Abschluss und an vielen Universitäten kann man nur mit Mühe einen Platz ergattern. Wo sind die ganzen Absolventen geblieben? Sie werden doch wohl kaum das Gebäude einer Firma reinigen oder am Laden um die Ecke an der Kasse sitzen?

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Gute Frage!

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Gestellt in Politik, Studium, Ausbildung 17.07.2008 22:29
geschlossen am: 24.07.2008 22:29

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synergygyle

synergygyle

Rang: Professor (5.162) | Politik (36), technik (8), Wirtschaft (6)

8 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (17.07.2008 22:37)

1

vielleicht sind indische programmierer billiger.
ausserdem untergräbt eine solche politik die position der arbeiterbewegung und macht sie schwach und minderwertig.
die ausrede dafür ist die sogenannte überqualifizierung vieler arbeitsloser experten. die seien ja so unverschämt bei ihren gehaltsforderungen.
klug darfst du sein aber bitte nicht selbstbewusst.

sygy

;-\

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MamaMausi30

MamaMausi30

Rang: Clara Schumann (8.063) | Politik (24), Ausbildung (22), technik (12)

9 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (17.07.2008 22:37)

2

Also die cleveren Leute gehen in`s Ausland.
Und ich habe keine Probleme einen Job zu finden - bis jetzt hatte ich immer gleich eine Zusage, wenn ich ein Bewerbungsgespräch hatte.
Viele überschätzen sich aber...ich kenne viele, die total von ihren Fähigkeiten überzeugt sind und wenn man mal nachfragt, kommen verheerende Berichte ans Tageslicht.
Diese Menschen sind sicher nicht böse oder zu faul zum Arbeiten...nur werden sie aufgrund mangelnder Qualifikation, bereits in der Probezeit wieder gekündigt.
Ohne Job, keine Weiterbildung, keine Qualifikation, kein Job...ist leider so.

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honorata

honorata

Rang: Mileva Einstein (18.517) | Politik (590), Wirtschaft (46), Ausbildung (40)

9 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (17.07.2008 22:37)

3

Das ist leider sooo einfach nicht abzuhandeln.

Fachkräftemangel herrscht eigentlich oft, wenn nich sogar immer.

Die Arbeitslosen, die über 40 Jahre sind und fachlich hochqualifiziert, die haben eventuell noch mittelfristig das Glück, Verträge und Anstellungen zu erhalten - wahrscheinlich aber nicht unbefristet. - Also: es ist oft vom Alter abhängig. Ab 50 Jahren, da hast du sowieso die Arschkarte gezogen.

Viele der Arbeitslosen sind leider fachlich überhaupt nicht qualifiziert - sie sind schlichtweg einfache Arbeiter.
Aber auch da spielt das Alter eine Rolle-


Ergänzung vom 17.07.2008 22:42:

Hinzu kommt die fachliche Ausbildung hier bei uns ist lange Zeit am Ziel vorbeigeschossen. So ist es versäumt worden, in gewissen Berufssparten besonders qualifizierte Kräfte auszubilden. Siehe IT-Bereich. Ich selbst kann ein Lied davon singen: Ausbildung zur Programmiererin in BASIC, da war schon lange Cobol up to date.

Dann kann man auch erkennen, dass die vielen Umschulungs- und Ausbildungs-Mapnahmen der Bundesanstalt für Arbeit vollkommen ihr Ziel verfehlten. So wurden oft qualifizierte Menschen, die etwa umschulen mußten - Gesundheitsgründe - Rehabilitanten - einfach mal so schnell als Bürokaufmann umgeschult.

Und - et voila - sie standen trotzdem auf der Straße - denn, gerade in dem Beruf tümmeln sich allerortens Kaufleute.
Wichtig ist in dem Beruf mindestens Englisch fließend zu können, eine zweite Fremdsprache, die sehr gut gesprochen wird, erhöht die Chancen, auf dem ersten Arbeitsmarkt eine unbefristete Stelle zu erhalten.
...gleich mehr...


Ergänzung vom 17.07.2008 22:46:

Einfache Arbeiter, mit normalem Schulabschluß oder ohne Schulabschluß, die werden zu Zehntausenden umgeschult, als Lagerfacharbeiter. Sie werden durch die Kurse geboxt - rein theoretische - und dann auf den Arbeitsmarkt geschmissen. Natürlich mit dem einfachsten Gabelstapler-Führerschein - oder wie auch immer der Lappen da heißt.
So, da stehen sie nun, haben Theorie gepaukt und können sich aber tatsächlich nicht der Aufgaben stellen. Es fehlt ihnen schlichtweg an .... ihr wißt schon, will keinen beleidigen.

Alles vollkommen falsch, was läuft in der Richtung.

Und dann bitte noch beachten, was Peter Fritz da unten schreibt.
DAs kommt noch erschwerend hinzu. Die Menschen sollen länger arbeiten - die Zeit bis zum Abitur soll verkürzt werden.

Das kann alles irgenwie nicht stimmen, was die Politiker sich da ausdenken. Vollkommen an der Wirklichkeit vorbei.

Ende...

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PeterFritz

PeterFritz

Rang: Nobelpreisträger (7.195) | Politik (127), technik (42), Wirtschaft (19)

9 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (17.07.2008 22:38)

4

... das paßt genauso zusammen, wie Rente erst mit 67 kriegen, aber ab 45 schon keinen Job mehr zu bekommen ...

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haad78

haad78

Rang: Doktor (2.587) | Studium (217), Politik (12), Ausbildung (11)

11 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (17.07.2008 22:40)

5

flächendeckende dummheit.

oder feiner ausgedrückt: das anforderungsniveau der tätigkeiten ist gestiegen. es mangelt an spezialkräften, was man oft durch einfache weiterbildung nicht aufholt.

das ist so etwas wie gesellschaftliche evolution. damit muss man verantwortungsbewusst umgehen. wer mehr leisten kann, muss auch mehr für die gesellschaft leisten - also: höhere besteuerung von spitzenverdienern!!

an hohen kapitalerträgen muss die gesamte gesellschaft einen nutzen haben!! schließlich ist die gesamte gesellschaft an dieser entwicklung beteiligt

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Knalleland

Knalleland

Rang: Bachelor (1.001) | Politik (8), technik (5)

12 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (17.07.2008 22:41)

6

Weil es Fachkräftemangel ist. Fachkräfte sind qualifizierte Leute mit guter Ausbildung. Und daran hapert es ja heute schon im Bereich der Schule: es gibt immer mehr Jugendliche, die nicht mal mehr einen Hauptschulabschluss schaffen. Als Fachkräfte gelten die ganz sicher nicht...

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mediababe

mediababe

Rang: Marie Curie (12.267) | Politik (63), Arbeitslosigkeit (37), Ausbildung (37)

12 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (17.07.2008 22:41)

7

Die Fachkräfte die fehlen, sind nicht unbedingt die, die grade Arbeitslose sind.

Darüber hinaus zählen auch die Schulabgänger bereits als arbeitslos, bei denen meine Erfahrung gezeigt hat, dass ein großer Haufen von denen zu dumm ( oder sagen wir mal netter unwillig ) ist die Ausbildungsstellen überhaupt besetzen zu können, ohne sich dabei zu verletzen oder dem Betrieb zu schaden.

Darüber hinaus verdienen die hochqualifizierten Fachkräfte, die Deutschland braucht im Ausland weitaus mehr und wandern ab.

Zurück bleiben somit nur die Arbeitslosen, die entweder nicht ausreichend für die Stellen qualifiziert sind, etwas komplett Anderes gelernt haben, oder auch ansonsten nicht in das gesuchte Profil passen.

Eine arbeitslose Krankenschwester kann nicht einfach als Bio-Chemikerin eingesetzt werden, auch wenn sie es machen würde...

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Kamikaze2001

Kamikaze2001

Rang: Doktorand (1.763) | technik (103), Politik (69), Wirtschaft (42)

17 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (17.07.2008 22:45)

8

Laut Studie haben knapp 70% der Arbeitslosen eine Ausbildung. Also blieben im Grunde nur 30% "dumme" Arbeitslose...
Und der Fachkräftemangel heißt ja nicht das wir keine qualifizierten Kräfte haben sondern keine qualifizierten im gesuchten Bereich.

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Alter_Egon

Alter_Egon

Rang: Bachelor (608) | Studium (12), Politik (12)

81 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (17.07.2008 23:50)

9

Zu hohe Ansprüche an die Fachkräfte gepaart mit dem Unwillen adäquaten Lohn zu zahlen !
Ein osteuropäischer Ingenieur wird auch mit 2.000 Euro brutto zufrieden sein, während unsere Ingenieure bei solchen Summen nur müde lächeln. Das ist jetzt keine Kritik an unseren Fachkräften, im Gegenteil. Aber die Unternehmen wollen nun mal junge (unter 26 Jahre), perfekt ausgebildete, mehrsprachige Fachkräfte mit extremer Sozialkompetenz und überragender Bescheidenheit.

Einfach mal die Stellenanzeigen in der FAZ durchlesen. Da fasst man sich an den Kopf, das hat mit der Realität nichts mehr zu tun. Solche Vorstellungen sind am wahren Leben vorbei gedacht. Und da denken deutsche Unternehmer, die in ihren jungen Jahren auch mal Student mit Lust am Leben und Feiern waren, dass ausländische Fachkräft von Luft und Liebe zum Beruf leben können.

Die Wahrheit ist, dass die meisten osteuropäischen Fachkräfte eine zeitlang hier bei uns zubringen und sich dann in die Länder absetzen, wo die Löhne der Leistung auch entsprechen. Das tun übrigens auch unsere eigenen Fachkräfte, deswegen gibt es bei uns auch diesen Mangel !

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Lionbeard

Lionbeard

Rang: Nobelpreisträger (5.315) | Politik (58), Wirtschaft (40), Ausbildung (17)

94 Minuten nachdem die Frage gestellt worden ist (18.07.2008 00:02)

10

Das mit den 70 % stimmt schon.
Aber d sind zT die "Altlasten", sprich ältere Arbeitslose, die keine ausbildung gemacht haben. (Es gb frühertatsächlich mal einen großen Bedarf an Arbeitern oder Facharbeitern, letzteres hieß, das man nach 4 bis 12 Monaten in einer Branche spezielle Fähigkeiten erworben hatte).

Die hängen da drin.
Dann die als Arbeitssuchend gemeldeten der Ex-DDR, aus Berufen, die in Gesamt-Deutschland nicht anerkannt sind, oder wo das Arbeitsamt den "Beruf" nicht anerkannt hat.
Leute, die an der Realität vorbei ausgebildet wurden: In velen kaufmännischen Bereichen wurden Auszbildende als Billigkräfte mißbraucht: 3 Monate Chrachkurs, 1 Mal die Woche Berufsschule, 2 bis 3 Jahre Ausbildungsvergütung bei gleichen Leistungen eines/r Kaufmanns/Kauffrau, und dann nicht übernommen.

Das Ganz ist sogar noch komplizierter

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Ludowica

Ludowica

Rang: Einsteigerin (5) | Studium (68), Ausbildung (40)

3 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (18.07.2008 00:46)

11

Wie schon gesagt fehlt es Deutschalnd an Fachkräften. Es gibt auch ganz viele offenen Lehrstellen und gleichzeitig viele, die keine finden, weil sie durch einfachste Einstellungstest nicht kommen, oder haben dann nach 2 Wochen doch keine Lust mehr (sowas hab' ich auch schon erlebt).

Fachkräfte aus dem Ausland zu holen hat 1. den Sinn, die offenen Fachkräftestellen zu besetzten und 2. gleichzeitig neue Stellen zu schaffen.
So schafft ein neuer Ingenieur im Schnitt drei neue Stellen für andere (da die Firma so mehr Aufträge annehmen kann)... werden die Stellen nicht besetzt, können die Firmen nicht soviel arbeiten, wie theoretisch Nachfrage herrscht, führt zu weniger Einnahmen der Firmen und weniger Steuern für den Staat...
Deshalb hat kurzfristig gesehen es schon Sinn Fachkräfte aus dem Ausland zu holen, längerfritig sollte man sich aber fragen was in diesen Staate schief läuft, vor allem in der Schul- und Bildungspolitik (Studiengebühren führen auch nicht unbedingt zu mehr Studenten)

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acinon

acinon

Rang: Doktorandin (2.100) | Politik (512), Wirtschaft (73), Ausbildung (28)

8 Stunden nachdem die Frage gestellt worden ist (18.07.2008 06:26)

12

Vielleicht genügen die "Fachkräfte" nicht den Anforderungen?! Ansonsten würde man sicher keine Ingenieure oder sogar Azubis aus dem Ausland holen müssen!

Das deutsche Schulsystem scheint den Bach hinunter zu gehen!

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kallec

kallec

Rang: Albert Einstein (15.391) | Politik (267), Wirtschaft (78), technik (60)

7 Tage nachdem die Frage gestellt worden ist (24.07.2008 22:13)

13

Häufig wird der "Fachkräftemangel" auch nur zitiert, weil der Zuzug "billiger" ausländischer Fachkräfte von der Politik gefordert wird. Dabei haben die Firmen, die diesen Mangel bejammern, selbst jahrelang nicht in Aus- und Weiterbildung investiert. mfg kc

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